Dogern

  

Le Grand-Lemps

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40 Jahre Deutsch-Französiche Partnerschaft

Im Januar 1963, also vor 40 Jahren, wurde der Deutsch-Französische Freundschaftsvertrag (Elysée-Vertrag oder Traité elysée) geschlossen. Die Ereignisse des 1. Weltkrieges, die im 2. Weltkrieg noch gipfelten, lagen gerade mal seit 1945 18 Jahre zurück. Sie waren also im Bewußtsein der Bevölkerung anders als heute noch als selbst erlebt sehr nah.

Am Ende der 20-iger und Anfang der 30-iger Jahre in der Regierungszeit von Aristide Briand und Gustav Stresemann sah es so aus, als seien die Wunden des Ersten Weltkriegs und der Versailler-Vertrag, vor allem dessen materiellen Folgen, weitgehend überwunden. Aber am Beginn des 2. Weltkrieges 1940 ließ das Deutsche Reich halb Frankreich besetzen. Vorausgeschickt wurden überwiegend die Truppen der Waffen-SS, die beim Einmarsch unter der Bevölkerung, aber auch unter den französischen Soldaten, Greueltaten und Barbareien begingen; später auch die GeStaPo im besetzten und nicht besetzten Teil Frankreichs, in der Zivilbevölkerung und vor allem unter den Juden.

So wundert es nicht, daß General De Gaulle 1946 noch erklärte: il faut mettre l´Allemagne hors d´etat de nuir. („Deutschland unschädlich machen“) Schon bald darauf äußerte er  sich aber im besetzten Freiburg i Br. versöhnlicher.

Am 1.6.1948 stimmte Frankreich dann den "Londoner Empfehlungen" zu, die die Einrichtung einer zentralen deutschen Autorität für die drei westlichen Besatzungszonen vorsahen.

So kam es auch, dass in den 50-Jahren  unter Beteiligung Deutschlands und Frankreichs die NATO gebildet wurde und die Grundlagen für die Europäische Gemeinschaft (Montanunion, römische Verträge EWG usw.), 1956 die Saarfrage geregelt werden konnte, Kulturabkommen und Abkommen über technologische Zusammenarbeit unterzeichnet wurden und vieles mehr.

Nach Staatsbesuchen von Bundeskanzler Adenauer  und General de Gaulle im Sommer 1962 in Frankreich und der Bundesrepublik wurde am 22.1.1963 der Elysée-Vertrag in Paris unterzeichnet.

Dieser Deutsch - Französische Freundschaftsvertrag ist das wichtigste Symbol der Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich. Der Vertrag organisiert hauptsächlich den Rhythmus der beiderseitigen Regierungszusammenarbeit, die gegenseitigen Regierungsbesuche zweimal im Jahr und anderes mehr. Die Außenminister, Verteidigungsminister, die Erziehungs- und Kulturminister treffen sich nach dem Vertrag alle drei Monate. Auf dieser Grundlage sollte  sich die Zusammenarbeit der beiden Staaten mehr und mehr intensivieren.

Es wurde noch im gleichen Jahr bei den ersten Konsultationen das deutsch-französische Jugendwerk gegründet.

Nach gewissen Schwierigkeiten während der Regierungszeit von Ludwig Erhard, der eine betont stärker an den USA ausgerichtete Politik betrieb, die bei De Gaulle auf weniger Gegenliebe stieß, gab es Fortschritte im deutsch-französischen Verhältnis in der Regierungszeit von Kurt Georg Kiesinger:

Statut über die französischen Truppen in Deutschland, Regierungskoordinatoren in den Kabinetten, Beschluß zur Produktion des Air-Bus, der eine Erfolgsgeschichte wurde, usw.

In der Regierungszeit von Willy Brandt und Georges Pompidou werden zweisprachige deutsch-französische Schulen eingerichtet im Jahr 1969 und die Möglichkeit eines deutsch-französischen Abiturs 1972 vorgesehen.

1973 folgte eine deutsch-französische Erklärung zur Sozialpolitik

28.1.1981:   Unterzeichnung des Abkommens über den Informationsaustausch bei Zwischenfällen oder Unfällen mit der Gefahr radioaktiver Verstrahlung;

5.2.1981 Abkommen über die Förderung für Filmkoproduktionen

In der Zeit von Bundeskanzler Kohl und Francois Mitterand kam folgendes:
21. - 22.10.1982: Bei den deutsch-französischen Konsultationen einigen sich die beiden Regierungen über eine Zusammenarbeit in Militär- und Sicherheitsfragen im Sinne des Deutsch - Französischen Vertrags und über regelmäßige Treffen der Außen- und Verteidigungsminister der beiden Länder.

20.1.1983: 20. Jahrestag des Deutsch - Französischen Freundschaftsvertrags. Der französische Staatspräsident brachte vor dem Bundestag seine Unterstützung zur Entscheidung der deutschen Regierung zum Ausdruck, amerikanische Mittelstreckenraketen zu stationieren (NATO-Doppelbeschluß), der zusammen mit anderen Umständen zum Zusammenbruch des Warschauer-Pakt- Systems führte.

11.10.1983 Erstes deutsch-französisches Jugendparlament: rund hundert junge Deutsche und Franzosen diskutieren mit den Abgeordneten der beiden Länder

22.9.1984:  Staatspräsident Mitterrand und Bundeskanzler Kohl gedenken in Verdun gemeinsam der in den beiden Weltkriegen gefallenen deutschen und französischen Soldaten.

10.10.1985:  Der französische Staatspräsident und der Bundeskanzler besuchen gemeinsam Berlin (West).

28.2.1986: Abkommen über das Programm für Kooperation und Austausch in der Wissenschaft

27. - 28.10.1986:  Deutsch-französische Konsultationen in Frankfurt/Main über die kulturelle Zusammenarbeit. Erklärung über die gegenseitige Anerkennung der "Allgemeinen Hochschulreife" und des französischen "baccalauréat", die Frühförderung beim Erwerb der Partnersprache und die Ausweitung der Begegnungs- und Austauschprogramme.

17. - 24.9.1987: Erstes großes gemeinsames Militärmanöver "Kecker Spatz" in Deutschland (75.000 Mann)

19. - 22.10.1987: Staatsbesuch von Staatspräsident Mitterrand in der Bundesrepublik Deutschland

12.11.1987 Briefwechsel über die Gründung des Deutsch-Französischen Hochschulkollegs


22.1.1988 Unterzeichnung der Protokolle zur Schaffung des Deutsch-Französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats und des Deutsch-Französischen Wirtschafts- und Finanzrats. Briefwechsel über die Schaffung eines Deutsch-Französischen Kulturrats und des de Gaulle-Adenauer-Preises.


1.11.1988 Der Aachener Karlspreis wird dem französischen Staatspräsidenten und dem deutschen Bundeskanzler verliehen.

6.6.1989 Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie

2.11.1989 Briefwechsel über die Gründung des Deutsch-Französischen Umweltrats

Der Französische Staatspräsident  kündigt den Abzug der in Deutschland stationierten französischen Truppen an; 

2.10.1990 Unterzeichnung des Vertrags über die Gründung des europäischen Kulturkanals (ARTE) in Berlin

3.10.1990 Vereinigung Deutschlands. In einer Botschaft an den Bundeskanzler sichert der französische Staatspräsident den Deutschen die "Solidarität Frankreichs" zu. Die Unterstützung des französischen Staatspräsidenten bei der Wiedervereinigung Deutschlands war entscheidend wichtig für das Gelingen.

30.5.1992 Der von Deutschland und Frankreich ins Leben gerufene Fernsehkulturkanal Arte geht auf Sendung.

5.1.1993 Das Eurokorps wird in Straßburg mit 40.000 Soldaten aus Frankreich und Deutschland offiziell in Dienst gestellt. Dem mittlerweile 50.000 Mann umfassenden Korps gehören heute auch Streitkräfte aus Belgien, Luxemburg und Spanien an.

5.3.1993 Die Außenminister Frankreichs und Deutschlands, Alain Juppé und Klaus Kinkel, beschließen die Bildung einer ständigen deutsch-französischen Arbeitsgruppe zur Stärkung der politischen Zusammenarbeit. Zur besseren Koordinierung der Ostpolitik soll die Konferenz der deutschen und französischen Botschafter in Osteuropa wiederbelebt werden.

23.12.1996  Ankunft der ersten Soldaten der deutsch-französischen Brigade in Bosnien-Herzegowina im Rahmen der Friedensstabilisierungsstreitkräfte.

20.11. - 1.12.1998  72. Deutsch-französische Konsultationen in Potsdam. Verabschiedung einer Schlußerklärung zur Rolle der deutsch-französischen Beziehung als "Motor" der europäischen Politik und zur "Neubelebung" der bilateralen Beziehungen. Als Sitz der deutsch-französischen Universität wird Saarbrücken festgelegt.

2002 und 2003: Vorbereitet durch die jahrelange Zusammenarbeit und Abstimmung kommt es zu einer sorgfältig abgestimmten gemeinsamen Irak-Politik von Deutschland und Frankreich. Der französische Staatspräsident vertritt gleichzeitig die Bundesrepublik und Frankreich bei einer internationalen Konferenz. An der Spitze der Militärparade am 14.7.2003 in Paris fährt ein deutscher General (Symbolwert).

In den Gebieten entlang der gemeinsamen Grenze wird gegenseitig die Sprache des Nachbarlandes auf den Lehrplan in Grundschulen gesetzt.

November 2003: In Paris denkt (und hoffentlich nicht nur träumt)  man an eine deutsch-französische Union, die eine gemeinsame Außen- Wirtschafts- und Sozialpolitik in der EG macht und als Motor die Entwicklung in der EG vorantreibt.

 

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